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Contao 6.1: Was Redaktionen, Entwickler und Agenturen erwartet
Das sind viele Informationen, technischer Natur – aber wichtig, um zu verstehen, wohin die Reise ab Contao 6.1 geht. Es bleibt spannend und wird das System wieder einen Schritt weiter bringen – hinsichtlich der Technik und auch der Benutzerfreundlichkeit.
Im Februar 2027 soll Contao 6.1 erscheinen. Schon jetzt ist absehbar, dass es mehr wird als ein gewöhnliches Feature-Release. Die Version öffnet Contao für externe Systeme und KI-Assistenten und bringt außerdem spürbare Verbesserungen für den Redaktionsalltag. Das Core-Team hat die Richtung beim zweiten Entwicklertreffen 2026 in Essen festgelegt und dort einen großen Teil der Arbeit erledigt.
Alle Angaben sind der Planungsstand, einiges ist noch im Review und kann sich bis zum Release ändern.
Für Redaktionen: Das Backend wird bequemer
Vorschau mit Datumsauswahl.
Wer Inhalte für die Zukunft plant, musste bisher Veröffentlichungszeiten umstellen oder abwarten. In der Frontend-Vorschau lässt sich künftig ein beliebiger Zeitpunkt einstellen, und Contao rendert die Seite so, wie sie dann aussehen wird. Inhalte, die bis dahin unsichtbar bleiben sollen, tauchen dabei nicht auf.
Seiten und Artikel per Drag and drop.
Im Seitenbaum und in der Artikelansicht lassen sich Elemente direkt an die Zielposition ziehen. Ausschneiden und Einfügen entfällt. Berechtigungen und die Regeln für Website-Startpunkte gelten weiterhin.
Tabellen und Listen, die sich gut bedienen lassen.
Der Editor für Tabellen-Inhaltselemente wurde neu gebaut. Spalten lassen sich sortieren, Zeilen schnell hinzufügen oder entfernen, und per Tastatur kommt man von Zelle zu Zelle. Auch ein Rich-Text-Editor in den Zellen ist vorgesehen. Beim Listen-Element kommen verschachtelte Listen und Tastaturbedienung dazu.
Eine Suche, die nichts Unerreichbares verspricht.
Die Backend-Suche zeigte bisher teils Filter mit Treffern, die der Benutzer wegen seiner Gruppenrechte gar nicht öffnen durfte. Weil schon beim Indexieren erfasst wird, welche Gruppen ein Dokument sehen dürfen, erscheinen künftig nur noch Facetten mit erreichbaren Ergebnissen.
Schnellere Baumansichten.
Wer große Seitenstrukturen pflegt, bemerkt das am deutlichsten. Dahinter steckt ein neuer Hierarchy Helper, der rekursive Common Table Expressions nutzt, wenn die Datenbank sie unterstützt. Die Baumansichten laden dadurch bis zu fünfmal schneller, und auch Navigationen und Sitemaps profitieren. Ältere Datenbanken laufen über die bisherige Logik weiter.
Für Entwickler und Agenturen: Contao bekommt eine Schnittstelle
Die API
Das größte Thema ist eine Contao-eigene API. Sie liefert nicht einfach Tabelleninhalte als JSON aus, sondern versteht die Konzepte des Systems. Dazu gehören:
- Hierarchien wie der Seitenbaum und verschachtelte Inhaltselemente
- Beziehungen zwischen Datensätzen, die als klare Ressourcen-Referenzen erscheinen
- Sortieren und Verschieben von Datensätzen
- der Zugriff auf Dateien über das Virtual Filesystem, ohne dass der Client den tatsächlichen Speicherort kennen muss
- das Template Studio, in dem sich Templates über definierte Endpunkte finden, lesen, anlegen und ändern lassen
Die Grundlage bilden die DataContainer, die Felder, Relationen und Rechte ohnehin beschreiben. Deshalb muss nicht für jede Tabelle eine eigene Schnittstelle entstehen, und Erweiterungen können sich an denselben Stellen einklinken.
Zugriff und Rechte
Wer schreibend auf ein CMS zugreifen kann, braucht ein solides Sicherheitskonzept. Mit dem neuen OAuth-Server-Bundle erhalten MCP-Clients einen standardisierten Anmeldeweg. Für direkte API-Aufrufe sind persönliche Zugriffstokens geplant, die sich leichter widerrufen lassen als ein Passwort. Entscheidend ist, dass nach der Anmeldung die Rechte des jeweiligen Backend-Benutzers gelten. Die API öffnet keinen Nebeneingang an der Rechteprüfung vorbei.
MCP
Das Model Context Protocol ist der gängige Weg, KI-Assistenten Werkzeuge und Kontext bereitzustellen. Contao setzt den MCP-Server auf die API und die bestehenden Services auf, sodass Berechtigungen und Datenintegrität überall gleich greifen. Die ersten Werkzeuge:
Suche:
Der Assistent sieht nur, was der angemeldete Benutzer sehen darf.
Templates:
Er kann sie finden, lesen, prüfen und verwalten. Dabei kennt er das aktive Theme, das überschriebene Original, die verfügbaren Blöcke und die Abhängigkeiten zu anderen Templates, kann Änderungen also im richtigen Zusammenhang vornehmen. Template-Snapshots gibt es auch in der Oberfläche.
Dateien:
Uploads sind möglich und halten die konfigurierten Größenlimits ein, Downloads waren in Arbeit.
Frontend-Vorschau:
Damit lässt sich eine Änderung am unveröffentlichten Stand direkt kontrollieren.
Aus diesen Bausteinen entstehen kleine Abläufe, etwa Bild suchen, Template anpassen, Ergebnis in der Vorschau prüfen. Weil das viel Spielraum eröffnet, legt das Team Wert auf klare Grenzen und gründliche Tests.
Webhooks
Mit einem künftigen Webhooks-Bundle kann Contao Ereignisse anderer Dienste empfangen und eigene Ereignisse an angebundene Systeme senden. Verarbeitet wird asynchron über den Symfony Messenger. Vorgesehen sind signierte Anfragen, verschlüsselt gespeicherte Secrets, Rate Limits und Schutz für ausgehende Verbindungen. Endpunkte und Abonnements sollen sich im Backend einrichten lassen. Noch offen ist, welche Ereignisse der Core mitbringt und wie frei sich Payloads gestalten lassen. Ob das Bundle schon in 6.1 enthalten sein wird, ist bislang nicht festgelegt.
Automatisierte Tests für ganze Installationen
Für Extension-Entwickler ist eine weitere Neuerung interessant. Contao bekommt eine Testinfrastruktur, die eine komplette Installation hochfährt. Sie richtet eine Managed Edition ein, startet die Datenbank per Docker, führt Migrationen aus, spielt Testdaten ein und stellt einen lokalen Webserver bereit. Gesteuert wird sie per Symfony BrowserKit oder mit Playwright im echten Browser. Erweiterungen lassen sich damit gegen alle unterstützten Contao-Versionen prüfen.
Für das Team ist das eine Voraussetzung, um API und MCP verlässlich abzusichern. Dort greifen Routing, Firewall, Authentifizierung, Berechtigungen und Serialisierung ineinander, und die Tests prüfen auch, dass Benutzer ohne Rechte eine Aktion nicht ausführen dürfen. Erste Tests haben schon echte Fehler gefunden, unter anderem in der neuen API und im RowWizard.
Die Einordnung: Warum das für Contao passt
Das Team hat in Essen offen darüber gesprochen, wie stark KI-Werkzeuge die Entwicklungsarbeit verändern und welche Rolle ein CMS dann noch spielt. Die Antwort lautet: Wo Inhalte leichter entstehen, wird ein verlässlicher Ort wichtiger, der Struktur, Zuständigkeiten und Berechtigungen kennt. Contao will diese Rolle für Menschen und Maschinen übernehmen, ohne bei Sicherheit und Stabilität nachzugeben.
Termine
Contao 6.1: voraussichtlich Februar 2027
Grundlage dieses Beitrags: [Rückblick auf das zweite Core-Entwicklertreffen 2026] auf contao.org